Kulinarische Reise auf 99 Quadratkilometern: SYLT

Love it or leave it – denn ändern kannst du Sylt nicht und schon gar nicht das Wetter. Mitten im Sommer erwartete uns ein Herbststurmwetter mit allen Wetterkapriolen, die diese wunderbare Insel zu bieten hatte. Aber ein „Syltie“ weiss das und ist vorbereitet. Überhaupt: schon morgens beim Frühstücken freuten wir uns auf den kommenden Abend, denn wir hatten unsere Reise als Food-Hopping geplant und umgesetzt. Umso besser, wenn es draußen so richtig schön wehte, da kehrt Gemütlichkeit in den zum Teil Reet-bedeckten Restaurants auf.

Angefangen haben wir im Sölring Hof in Rantum: Johannes King hat sich 2 Sterne erkocht und persönlich geleitete er uns an unseren Tisch – das ist selten und eine von uns sehr geschätzte Geste.

Das 5-Gang Menue barg dagegen keinerlei große geschmacklichen Überraschungen – im Vergleich zum nächsten Abend: im 2 Sterne Restaurant im Fährhaus in der Munkmarsch.

Hier waren wir vollauf begeistert von der herausragenden Kochkunst des Alexandro Pape. Seine Sardischen Wurzeln waren geschickt in der Menüabfolge integriert und unser Gaumen jubilierte bei so viel NEUEM auf der Zunge. Wir kommen wieder! Unbedingt.

Die Sansibar MUSS einfach sein – sie musste sogar zweimal sein und wir hatten Glück: der Sonnenuntergang war beim 2. Besuch zu sehen und so ertönten die Caprifischer – ein heimelndes Schunkeln zu großen Portionen, schmackhaft und preislich durchaus für Sylt akzeptabel. Es ist der unverwechselbare, lockere und charmante Service der jungen Leute, der uns auch immer wieder überzeugt, hier einen gelungenen Abend zu verbringen. Der Nordsee-Steinbutt ist eine Legende und auch das Fisch-Fondue gehört zu unseren Lieblings-Speisen.

NEU in unserem Repertoir: Der Lister Dorfkrug, einfach, bodenständig ABER was für eine Scholle….und ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Wir bleiben in List: wir trauten uns in den Alten Gasthof, obwohl zunächst sehr ungnädig von der Cheffin begrüßt mit den Worten und einer Geste auf die sitzenden Gäste: Diese Gäste sind auch schon am Ende…sollte heißen, wir wollten eigentlich nur mal gegen 21:00 reinschauen und evtl reservieren, aber man hatte wohl Sorge, dass wir noch etwas zu essen wollten – denn die Küche schließt um 21:00  Der Gasthof birgt eine lange Tradition, schon als Austernrestaurant – wir ließen uns nicht abschrecken und kamen 2 Tage später als Gäste. Boulliabaisse und Dorsch gebraten mit Kräuterseitlingen. Während ersteres hervorragend war können wir dem Dorsch und insb. den verkochten und geschmacklosen Beilagen nur schlechte Noten ausstellen. Preislich wurde dann die vom Personal angebotenen kleinen Portionen auch noch fast voll berrechnet, sodass wir im nächsten Jahr noch einen Versuch wagen werden und danach unser endgültiges Fazit ziehen.

Aber es gibt auch komplette Ausfälle, wir haben es im vergangenen Jahr schon bemerkt und gaben den Lokalen nochmalig eine Chance, die leider vertan wurde. Die Vogelkoje in Kampen – bekannt für seine Variationen der gebratenen Ente. Unsere war trocken, fasrig, sie „wildete“ und auch der Knödel war eher ein Kuchen denn ein Knödel. Und auch Fisch Fiete in Keitum wird nicht mehr als ein Must Have in unserem Restaurant Repertoire auftauchen. Neben unfreundlich gehetztem Service war die Enttäuschung eigentlich die Scholle nach Finkenwerder Art: vertrocknet, kaum Fisch dran, verkohlte Speckstückchen. Leider und schade.

 

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